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AIRSOFT UND DIE SOZIALEN MEDIEN




Direkt wieder vorab der kleine Hinweis – in diesem Beitrag werdet ihr Verlinkungen finden, welche ich mit einem Stern * markiert habe. Folgt ihr diesen Lins und kauft in dem dahinterliegenden Shop etwas, dann erhalte ich dadurch eine kleine Provision. Euch kostet das dann natürlich nix extra, aber ihr unterstützt mich und meine Projekte damit ungemein – also ein großes DANKE an dieser Stelle schonmal dafür. Disclaimer: Werbung, da Seitenmarkierung Nun aber zum Thema:

Ein kleiner Überblick

Ich beschäftige mich nun bereits über 5 Jahre mit dem Thema Airsoft. Meinen Weg zum und im Airsoft könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen. Zu Beginn meines damals noch so neuen Hobbies habe ich noch, abgesehen von YouTube-Videos, keine Verknüpfungen zu den sozialen Medien gesehen. Ich dachte, dass es für solche Kanäle keine große Zielgruppe gäbe und das Interesse an solchen Inhalten zu gering wär. Wie sich herausstellte, sollte ich mich doch ziemlich irren. Aber dazu komme ich noch später, denn eigentlich möchte ich versuchen, zu analysieren, welchen Einfluss Instagram, YouTube und all die anderen Plattformen auf die Community, das Hobby und die Shops haben. Kleiner Spoiler: nicht alles davon ist in meinen Augen positiv.

Aber schauen wir doch erstmal welche Möglichkeiten man heutzutage hat, sich und sein Hobbys zu präsentieren. Natürlich kommen einem dabei direkt die beiden Flaggschiffe Youtube und Instagram in den Sinn (evtl. auch Tiktok, da ich das aber selber nicht nutze, habe ich hier keine Einblicke, wie gut vertreten Airsoft hier ist). Und es liegt natürlich auf der Hand, dass man die Möglichkeiten dieser Plattformen nutzt – denn die Strukturen dahinter sind mit einer großen Maschinerie, einer (fast schon zu) intelligenten KI und zig Millionen potenziellen Konsumenten einfach zu verlockend. Abseits dieser Möglichkeiten kann man auch heutzutage noch Facebook dazuzählen, auch wenn dort in der Regel der Content aus Recyclingmaterial besteht, welches man automatisch beim Posten auf Instagram absetzt. Im deutschsprachigen Raum ist natürlich eine der Hauptanlaufstellen das Airsoft-Verzeichnis ASVZ. Dort fließen die Bereiche Forum, Chat, Eventverzeichnis, Team- und Spielerverzeichnis, Marktplatz und Blog zusammen. Viele machen hier auch ihre ersten Schritte in der Community (ich z.B.). Relativ neu, aber mit einem sehr interessantem Ansatz, gibt es die Airsoftbase. Ich will jetzt nicht zwangsläufig sagen, dass es eine modernere Variante des ASVZ darstellt, doch die Parallelen sind schon groß. Ist das ASVZ noch sehr von den 00er Jahren geprägt, geht die Airsoftbase einen deutlich zeitgemäßeren Weg – aber beide Seiten haben ihre Daseinsberechtigung. Zusätzlich dazu hat Airsoft2Go ganz frisch ihr LegionX-Programm gestartet, was eine weitere Plattform für die Community darstellt, dabei den Weg über Discord wählt. Auch ein sehr interessanter Ansatz!

Hierbei sollte man aber ganz klar erwähnen, dass es einen Unterschied zwischen den großen Portalen und den kleineren gibt. Denn während die kleinen Seiten von der Community für die Community gemacht werden, geht es den größeren meistens nicht um die Inhalte an sich, sondern um die damit auf die Plattform gezogenen Mitglieder.

Gehen wir ins Detail – Wer veröffentlicht was?

Auf allen diesen Kanälen hat man die Möglichkeit sich, mehr oder weniger, frei zu entfalten und seine Kreationen in Form von Videos, Fotos, Podcasts und geschrieben Artikeln zu veröffentlichen.

Weit verbreitet sind natürlich die Reviews für Airsoftwaffen, Ausrüstung, Bekleidung und Zubehör. Ich klammere hier mal bewusst die Shops aus, denn meist liegt hier der Fokus auf dem Bewerben von Produkten in Form von Reviews. Ich rede eher von Content Creator, die wirklich ehrlich ein Produkt vorstellen, die Vor- und Nachteile daran ansprechen und im besten Fall auch ein paar Details dazu nennen. Hierbei gibt es für jeden Teilbereich wirklich herausragende Content-Anbieter, aber auch kleinere Creator (gemessen an der Reichweite) bieten mitunter einen guten Einblick.



Direkt danach würde ich die Selbstdarstellung einordnen – auch wenn das im ersten Moment deutlich arroganter klingt als ich es meine. Jedes Mitglied der Community hat eine Affinität zu Waffen und Ausrüstung – sonst würde man wohl kaum Teil dessen sein. Was findet man auch aufregender, als sich selber in einem stimmigen Setup in Vollmontur auf einem Foto oder in einem Video zu sehen? Richtig – wenn man dafür Anerkennung von Gleichgesinnten erhält. Der Großteil an Veröffentlichungen sind Inhalte mit selbstdarstellerischem Hintergrund – und das ist auch gut so. So entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik im Hobby, denn ich kann so „heimlich“ Anregungen für mein nächstes Setup holen oder schauen, was bei anderen Spielern offensichtlich gut funktioniert und was nicht. Also ganz klar eine Bereicherung der Szene.

Gleich dahinter kommen dann für mich die Creator, die mit ihren Kanälen ein Ziel verfolgen (ich beispielsweise) und deutlich mehr wollen als die reine Selbstdarstellung. Wir machen uns „mehr Arbeit“ mit unseren Inhalten, wollen die Community erweitern und festigen, Anfängern das Hobby näherbringen, Regeln erklären und zu Diskussionen anregen. Wir bewerben die Dinge, die uns gut gefallen, wir zeigen wie und wo wir spielen, stellen unsere Ausrüstung vor und versuchen all das in Form von hochwertigem Content zu präsentieren.

Als vierte große Content-Säule sehe ich die Shops. Das Ziel hier ist natürlich klar: Kundengewinnung. Also produzieren die Shopbetreiber ebenfalls sehr hochwertigen Content in allen Bereichen und versuchen damit viele Menschen von ihren Produkten zu überzeugen. Dadurch erweitern die Shops das Angebot an Inhalten auch nochmal, was wiederum allen zugute kommt. Ein sehr positives Beispiel ist hier copperandbrass.de – mit seinen anregenden Blogbeiträgen, den hochwertigen Fotos und sehr informativen Videos, was alles Hand in Hand mit einem sehr gut aufgestellten Shop daherkommt! Hier möchte ich betonen, dass ich an dieser Stelle unbezahlte Werbung mache – jedoch aus voller Überzeugung und Zufriedenheit! Klickt auf eins der Bilder um zum After Action Review zu den Airsofthandschuhen zu gelangen, welche ich im Shop von copperandbrass gekauft habe.



Die Kehrseite der Medaille

Aber leider ist nicht alles Friede, Freude und Eierkuchen. Steigt die Reichweite, werden Shopbetreiber und Hersteller auf die Content Creator aufmerksam. Was erstmal für beide Seiten nach einer positiven Entwicklung klingt, kann ziemlich schnell umschwingen. Promoten die Creator zu Beginn noch genau die Sachen, die sie selber nutzen und wirklich gut finden, kann es leicht dazu kommen, dass sie gegen Bezahlung (in welcher Form auch immer) plötzlich Artikel bejubeln, welche qualitativ minderwertig oder anderweitig bedenklich sind. Sowas verzerrt dann wieder den Markt und sorgt für Spannungen innerhalb der Gemeinschaft.

Mit der steigenden Reichweite kommt es dann auch bei dem ein oder anderen Creator dazu, dass sich eine Form der Arroganz ausbildet und sie z.B. Sonderbehandlungen bei Events verlangen oder andere, kleinere, Ersteller als „weniger wert“ betrachten. Auch das ist Gift für die Community, kommt aber leider immer häufiger vor. In der Regel ist es aber so, das viele Creator ganz normal behandelt werden wollen und sich auch freuen, wenn sie angesprochen werden, um z.B. ein Bild miteinander zu machen.

Der größte Negativpunkt liegt allerdings bei den großen Portalen und geht noch einen Schritt weiter. Es ist Fakt, dass Airsoft eine Randerscheinung in der Gesellschaft ist und das Hobby (bzw. wir, die es ausüben) mit einer gehörigen Portion Argwohn beäugt werden. Das ist nicht weiter verwunderlich, betrachtet man uns mal aus der Perspektive eines Außenstehenden: wir sind auf dem ersten Blick für die meisten Menschen von „echten“ Soldaten nicht zu unterscheiden. Der Ottonormalverbraucher sieht keinen Unterscheid zwischen uns und den Navy-Seals, die er aus Filmen kennt. Entsprechend abschreckend wirken wir auch auf viele Menschen, vor allem in Deutschland, wo das Waffenrecht sehr streng und die Akzeptanz von Waffen an sich doch recht niedrig ist. Und hier kommen nun die Plattformen Instagram und YouTube ins Spiel. Beide Plattformen haben einen sehr weit entwickelten Algorithmus im Hintergrund laufen, welcher dafür verantwortlich ist, was für Inhalte den Nutzern vorgeschlagen werden. Dieser Algorithmus arbeitet nach bestimmten Kriterien (die hier alle aufzuführen ist schier nicht möglich), unter anderem den Richtlinien des jeweiligen Netzwerks. Und da ist es nun mal so, dass Waffen, die Darstellung jener und natürlich der Verkauf stark reglementiert, im Falle von Letzteren sogar verboten, sind. Dem Algorithmus ist es nicht möglich zwischen einer echten Waffe und den von uns genutzten Repliken zu unterscheiden – im Sinne des Algorithmus´ gibt es keinen Unterschied. Das sorgt dann dafür, das Kanäle eingeschränkt, temporär oder gar ganz geschlossen werden – und das, obwohl die Creator in ihren Posts darauf hinweisen, dass es sich um Spielzeuge handelt und die Situationen, die dargestellt werden, nicht real sind!



An dieser Stelle sind uns, welche wir Inhalte von und für die Community produzieren, einfach die Hände gebunden. Es gibt so gut wie keine Möglichkeit solche Entscheidungen rückgängig zu machen oder anzufechten und selbst wenn – in den wenigsten Fällen hat das Erfolg.

Für mich ist das in zweierlei Hinsicht negativ:1. Es sorgt dafür, dass es viel weniger Content innerhalb der Community gibt, die Vernetzung leidet darunter und die einzelnen Regionen agieren dadurch autark und in sich geschlossen –> die Gemeinschaft zerfällt.2. Es gibt bereits einige Existenzen, die vorrangig von Airsoft leben (müssen). Das Hobby und, in diesem Fall, die Shops, sind auf die sozialen Medien angewiesen. Wenn sie nun nicht mehr in der Lage sind ihre Produkte dort zu bewerben, bricht ein Großteil des Umsatzes weg und die Zukunft des Shops ist im besten Fall ungewiss.

Ich kann mich gut an den Beginn der Shadowbann-Welle vor ein paar Monaten auf Instagram erinnern. Als Resultat daraus wurde versucht auf andere Plattformen (z.B. Vero) auszuweichen, wobei das jedoch sehr schnell wieder aufgegeben wurde. Aber, und das ist erstaunlich, kam es auch zu einem äußerst positiven Phänomen: die bestehende Community rückte dadurch deutlich enger zusammen und es gab einen regen Austausch zwischen neuen und alten Mitgliedern. Zwar wurde von Instagram verhindert, dass jeder einzelne von uns wirklichen Zuwachs erhalten hat, allerdings stärkte es das Band innerhalb der bereits vernetzten Gemeinschaft ungemein!



Und was ist nun das Fazit?

Ich halte die sozialen Medien für unser Hobby für fundamental wichtig. Aber: wir alle sollten daran arbeiten, unsere Außenwirkung entsprechend positiv zu gestalten und den Ruf, den Airsoft hat, nachhaltig positiv zu entwickeln. Vor jeder Veröffentlichung sollte man sich wenigstens kurz die Frage stellen: wie wirkt das für jemanden, der sich noch nicht mit der Materie beschäftigt hat? Dies soll nicht zu Einschränkungen führen, eher zum Nachdenken anregen. Denn nur wenn die breite Öffentlichkeit davon überzeugt ist, dass von uns keine Gefahr ausgeht und wir im Grunde auch nur ganz normale Menschen sind, haben wir die Chance unser Hobby (oder Geschäft) noch viele weitere Jahre ausüben und entwickeln zu können.

Wir werden es nicht schaffen, die großen Plattformen in ihren Entscheidungen und der Funktion der Algorithmen zu ändern. Aber wir können versuchen einfach weiterzumachen und auch den kleineren, spezifischen Netzwerken eine Chance zu geben.

Vor allem aber müssen wir zusammenhalten und gemeinsam an der ständigen Entwicklung des Hobbys arbeiten. Das geht auf viele Arten, am wichtigsten ist hierbei aber, dass niemand mehr negativ in Erscheinung tritt. Mir geht es da sicher wie vielen von euch: wir haben es satt, ständig die Pressemitteilungen zu lesen, dass wieder jemand dabei erwischt wurde, wie er mit seiner 20€ Amazon-Springer in der Innenstadt erwischt wurde – lasst das! Also, transportiert eure Waffen immer gemäß dem deutschen Recht, reist immer in Zivil zu den Spieltagen an und schießt eure Waffen nur auf ausgewiesenen Spielfeldern oder befriedetem Grund und Boden ein. Zeigt euch von eurer besten Seite und argumentiert vernünftig, wenn ihr mit Aussenstehenden über unser Hobby sprecht.

Airsoft ist mehr als nur rumballern und lautes Geschrei auf dem Spielfeld – es ist Freundschaft, Spaß, Kameradschaft, Sport und Leidenschaft.

 
 
 

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