FAMILIE, AIRSOFT, SPIELTAGE, ZEITPLAN
- Wildlander AOA

- 25. Dez. 2023
- 6 Min. Lesezeit
So viele Möglichkeiten – so wenig Zeit (und Geld)
Achtung – Spoilerwarnung – ich verrate euch in diesem Beitrag das ultimative Rezept, wie ihr Familie, Beruf und Hobby unter einen Hut bekommt.
Okay, ich gebe es zu – das war hart geflunkert. Ich möchte ganz ehrlich sein, ich habe keinen ultimativen Masterplan zur Hand, denn diesen gibt es nicht. So, die Katze ist aus dem Sack. Aber was nun? Naja, in erster Linie würde ich sagen: weiterlesen. Ich werde euch zeigen, wie ich (versuche) diese ganzen Themen zu einem großen Ganzen zusammenzubringen und dabei jedem Teil seine ihm zustehende Aufmerksamkeit zu schenken.
Disclaimer: Werbung, da Seitenmarkierung.
Der Kalender ist dein Freund
Klingt komisch – ist aber so. Früher habe ich immer versucht alles im Kopf zu behalten: Elternabende, Arzttermine, Frisör, Einkauf, Essen gehen. Aber irgendwann kam ich an einen Punkt, an dem mir mehr Dinge entfallen sind, als ich wahrgenommen habe. Kalender an der Wand waren 1998 noch eine gute Variante seine Termine im Blick zu behalten, 2023 sieht das aber bereits anders aus. Also ging ich auf die Suche nach einer digitalen Lösung. Wichtig war mir, das meine Freundin und ich jederzeit auf einen gemeinsamen Kalender zugreifen konnten, damit wir jeweils unsere persönlichen, aber auch die Termine der Familie dort festhalten und sehen konnten. Ich stieß bei meiner Suche, bedingt eines Tipps eines Arbeitkollegens, auf die App „Timetree“, wunderbares Stück digitaler Terminierungsmöglichkeiten (Werbung, da Nennung).
Und nun kommen wir zur Kernaussage dieses Kapitels – nutzt euren Kalender und das so langfristig wie möglich. Gehen wir mal vom Casual-Tagesgamer (ich nenne ihn einfach Gunther) aus, der sich seine Events im ASVZ (www.airsoftverzeichnis.de) raussucht. Viele Veranstalter tragen ihre Events mit einem Vorlauf von einigen Wochen bis Monaten ein. Das versetzt euch (und Gunther) in die vorteilhafte Lage, die Termine an sich zeitig in den Kalender einzutragen. Somit sind die Termine für euch und euren Partner ersichtlich und keiner von beiden wird davon überrascht.

Freiraum ist keine Einbahnstraße
Das zweite Kapitel dieses Beitrages dreht sich um die Zeit, die ihr euch nur für euch reserviert – und die Zeiträume, die euer Partner für sich reserviert. Klar, ihr habt Bock und würdet am liebsten jedes Wochenende auf einem Spielfeld stehen und 6mm-Kugeln in der Natur verteilen. Da ist auch nichts verwerflich dran – will Gunther ja auch. Aber euer Partner hat, sehr wahrscheinlich, auch Interessen, denen er/sie nachgehen möchte. Darum mein Rat: nehmt aufeinander Rücksicht und seht zu, das jeder die Chance hat, seine Interessen zu verfolgen.
Als Beispiel: Wir sind eine Patchworkfamilie, ich habe 2 Kinder in die Beziehung mitgebracht, meine Freundin ein weiteres Kind. Alle drei sind auch mal bei den jeweiligen Ex-Partnern, was uns die tolle Möglichkeit gibt, Zeit für uns zur freien Verfügung zu haben. Wenn es dann noch dazu kommt, dass diese freie Zeit auf ein Wochenende fällt UND meine Freundin auf Arbeit ist – jaha, dann ist Airsoft-Zeit für mich. Andersrum ist dann aber auch so, dass wir gern Ausflüge zu zweit unternehmen, wenn wir ein gemeinsames, freies Wochenende haben. Haben wir die Kinder da, herrscht aber für mich Spielfeldverbot – selbst auferlegt. Denn gerade die Wochenenden mit den Kindern möchte ich nicht opfern – nicht mal für das geilste Hobby der Welt.
Also, ihr solltet immer mit offenen Karten spielen und euch gegenseitig den Freiraum geben, der nötig ist. Aber es ist mindestens genauso wichtig, dass ihr gemeinsam Zeit verbringt und das Miteinander nicht zu kurz kommt.
Im optimalen Fall findet ihr beide Gefallen an Airsoft und seid in der unglaublich positiven Lage, das Hobby gemeinsam auszuüben. Und selbst wenn das Ballern im Duett nicht ganz euer Ding ist – vlt. findet euer Partner ja Interesse beim Thema Fotografie und kann euch in Gear und Gerödel ablichten. Denn seien wir mal ehrlich: ein geiles Bild in kompletter Ausrüstung findet jeder heiß <3.
Nicht über die eigenen Verhältnisse leben
Dieser Punkt ist mir ganz besonders wichtig, denn ich selber hatte bereits eine Zeit im Leben, in der ich ziemlichen Struggle hatte und da nur mit einer riesigen Kraftanstrengung rausgekommen bin, teilweise blute ich für frühere Unvernunft noch heute.
Wenn ihr also mal wieder im Shop eurer Wahl (z.B. bei der Bad Agency) stöbert und den drölfzigsten Knallstock seht, der eure Gear gut ergänzen würde, überdenkt das nochmal. Ich kann es verstehen, wenn man alle 5 Clicks ein neues Teil findet und es einem ein gutes Gefühl gibt, wenn man auf dem Spielfeld gefragt wird, was man denn da für ne geile Knifte in der Hand hat. Aber das alles ist es nicht wert, wenn man dann daheim Zoff hat, weil es statt des neuen TVs für die Familie, wieder ne neue Airsoft gibt.
Auch hier kann ich euch nur wieder den Tipp geben: Karten auf den Tisch. Ihr wollt eine neue Waffe oder einen neuen Ausrüstungsgegenstand haben? Dann sprecht darüber. Vielleicht ist es nicht mehr lang bis zu eurem Geburtstag – also warum nicht in der Familie Geld einsammeln und euch einen Gutschein schenken lassen? Oder die Zahlung des Weihnachtsgeldes steht an – kann man bestimmt darüber reden, einen Teil davon abzuzwacken und ins Hobby zu investieren.

Der schmale Grat
Was meine ich damit? Nun, es soll wohl da draußen Menschen geben, die mit unserem (und Gunthers) Hobby nicht viel anfangen können. Das geht sogar soweit, dass man verurteilt wird, ohne die Chance zu erhalten sich zu erklären, wieso und warum man sich für genau dieses Hobby entschieden hat. Nun können wir dieses unfaire, aber reale, Verhalten noch weiterspinnen und auf euer Umfeld übertragen. Eure Partnerin bekommt auf der Arbeit Probleme, weil ihr jemand seid, der regelmäßig in Vollmontur auf Facebook zu sehen ist. Oder aber eure Kinder (sofern welche vorhanden sind natürlich) dürfen nicht mit den Kindern von XY spielen, weil die Eltern Angst haben, dass sie bei euch in Kontakt mit Waffen kommen. Sowas solltet ihr stets bedenken und abwägen, welche Konsequenzen eure Handlungen auch für euer Umfeld haben können.
Ich selber bin von Anfang an offen mit dem Thema Airsoft umgegangen – sowohl privat im Freundeskreis, als auch auf der Arbeit. Alle wissen was ich mache, kennen meine Bilder und Videos und stehen dem mindestens neutral gegenüber. Aus dem direkten Umfeld habe ich bisher keine negativen Kommentare erhalten, bin aber oftmals auch proaktiv, gehe auf Menschen zu und erkläre ihnen, welche Hintergründe Airsoft hat. So kann ich schnell mit den üblichen Vorurteilen aufräumen und signalisieren, dass wir alle keine Irren sind, die mit dem Messer zwischen den Zähnen zum Eis essen fahren, sondern dass uns Themen wie Gemeinschaft, Leidenschaft, technisches Interesse, taktische Finesse und auch der sportliche Aspekt extrem wichtig sind. Der eigentliche Akt des Schießens rückt oftmals in den Hintergrund, wenn man auch zugeben muss, dass Aktionen, die man ausführt und dann von einem guten Treffer gekrönt werden, die Brust deutlich schwellen lassen. Aber nicht, weil man den Gegenüber getroffen hat, sondern weil man einfach in dem Fall cleverer, schneller oder schlichtweg besser war.
Der schmale Grat, den ich in der Überschrift erwähne ist in meinen Augen der Tanz auf Messers Schneide. Auf der einen Seite liegt das unbegrenzte Land an Spaß und Leidenschaft am Airsofthobby, auf der anderen Seite das reale, das „normale“ Leben. Also wägt genau ab, ob ihr das eine nicht beschädigt wenn ihr dem anderen zu sehr frönt. Solltet ihr dennoch mal auf wirklich heftige Kritik treffen, reagiert bitte nicht aggressiv. Erklärt die Hintergründe, im Zweifel wechselt ihr das Thema. Jegliches negative Verhalten wird automatisch auf „die Airsofter“ übertragen und schadet dem Hobby – und demnach auch eurer Ausübung dessen.
Meine Strategie
Was könnte besser als Fazit dieses Beitrages dienen, als meine eigene Strategie?
Ich versuche meine Spieltage frühzeitig zu planen – check. Es gibt immer mal wieder kurzfristige Möglichkeiten zocken zu fahren – allerdings sind das Ausnahmen. In der Regel plane ich mit 4 Wochen Vorlauf meine Spieltage – maximal 2 pro Monat. Ich spreche mich mit meiner Freundin ab und gebe der Familie Bescheid, damit auch jemand für meine Fellnase sorgt. Dann versuche ich jeden Monat ein bestimmtes Budget für Airsoft und Hobby nicht zu überschreiten. Möchte ich eine größere Investition tätigen, spreche ich auch das im Vorfeld ab. Meine TM Goldmatch habe ich sogar als Valentinstagsgeschenk bekommen – das MUSS Liebe sein.
Werde ich auf mein Hobby angesprochen, versuche ich aufklärend zu wirken. Zeigt jemand eine totale Abneigung dagegen, wechsle ich das Thema oder direkt den Gesprächpartner.
Und als wichtigster Punkt: ich versuche, die restliche Zeit etwas für meine Familie zu tun und da zu sein. Denn nur wenn die Familie glücklich ist, kann ich auch zufrieden meinem Hobby nachgehen.




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